Projekt Nr. 18
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Material:
- Texte / Berichte
13.12.2000  –  18.12.2000
19.12.2000  –  21.12.2000
22.12.2000  –  31.12.2000
01.01.2001  –  03.01.2001
04.01.2001  –  06.01.2001
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Der Zeichnungsgenerator in New York City  –  Bericht 3
Mit dem Peter Voigt Reisestipendium in New York City
22.12.2000  –  31.12.2000

Die letzten Tage arbeitete ich an dem Entwurf für den Kunst am Bau Wettbewerb in Halle, Germany. Versuchte den Abgabetermin zu halten, denn das Entwurfgeld ist schon ausgegeben: für meinen Laptop, den ich mit nach New York genommen hatte.

Ich arbeitete mit zwiespältigen Gefühlen: unwillig, denn ich will hier in NYC nicht meine Zeit (jeweils schon knapp 16 Stunden) vor dem Laptop verbringen – und so überfordert wie neugierig: hatte ich doch endlich die neue Version von meinem 3D Programm ausprobiert, die sehr anders ist als die alte... es ist wie ein neues Programm und ich muss neu lernen... unter Zeitdruck (anders geht es oft nicht – immer die Balance suchend zwischen weiterlernen und weiterarbeiten...).


                   
Detail des Entwurfs (mehr hier)


Das was ich vorhatte - und dann auch gemacht habe - ging nicht in der alten Version des Programms. Mit der neuen Version müsste es gehen – hatte ich mir überlegt: es erschien mir logisch, dass die Weiterentwicklung des Programms zu den von mir benötigten Möglichkeiten führen musste... aber wissen tat ich es nicht. Das führte dazu, dass ich den eigentlichen Arbeitsbeginn ständig vor mir herschob, aus Sorge vor der Möglichkeit, das es doch nicht gehen würde. Weder in der alten noch in der neuen Version des Programms…

Schließlich, einmal begonnen, wurde die ganze Aktion eine recht sportliche.

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II.
Am 30.12. war hier ein großer Schneesturm. Sehr schön.

Und ich war mittendrin und in Manhattan unterwegs. Um die schön verpackten CD's mit den Bild-Daten für Wettbewerb in Halle nach Berlin mit fedex (federal express - ein Kurierdienst) zu versenden. In time! Ich war tatsächlich rechtzeitig fertig geworden.
Die Daten sollten am 2.1. in Deutschland sein um dort ausgedruckt und mit dem nötigem Papierkram versehen mit dem Poststempel vom 3.1. verschickt zu werden.
Das war der vereinbarte Termin: Poststempel vom 3.1.

Aber in New York ging nichts mehr. Der Verkehr in Manhattan brach total zusammen, die Flughäfen wurden geschlossen und ein paar Schnellentschlossene machten Touren mit Langlaufskis über den Broadway…
Und ich stapfte – froh mich nach der langen Zeit hinterm Rechner in der „Natur" bewegen zu können - durch Schneeverwehungen und Windböen quer durch ein autofreies Manhattan von einem fedex-shop (we are closed because of the weather) zum nächsten, um dann bei einem – wie sich herrausstellte: dem letzten - noch offenen zu hören, das definitiv nichts mehr rausgeht und ich genauso gut am 2.1.2001 wiederkommen könnte - dann würde das Zeug auch nicht später ankommen.
Das führte dann zu einigen Telefonaten mit Deutschland... und war dann nicht so schlimm… die Jury traf sich zum Glück später als ursprünglich geplant. Ich war still in time.

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III.
Ein Problem hier sind hier die schlechten Schlüsselkopien: Schlüsselkopien, die man bekommt, um in sein teuer bezahltes und meistens nicht wirklich legal gemietetes Untermieterzimmer zu kommen.
Oft dauert es einige Minuten, bis man mit ruckeln und machen den Schlüssel im Schloss gedreht bekommt. Das war in meiner ersten Unterkunft so und ist hier, in der Weihnachtswohnung, auch so. Die New Yorker, denen ich von meinem Unmut über die schlecht arbeitenden Schlüssel erzählte, guckten nur erstaunt: das sei halt so… Erstaunlich: ich begreife noch nicht, wann hier die Leute Zustände hinnehmen und wann sie – oft sehr schnell und heftig – reagieren, um etwas zu ändern.

Ich habe hier auch schon Schlüssel vervielfältigen lassen - und sie nach nur einmal draufgucken zurückgegeben. Sie waren zu unähnlich. Nach einigen Diskussionen sind sie nochmal überarbeitet worden. Und passen jetzt recht gut.

Auf jeden Fall ist das kein gutes Ausgehgefühl, wenn du nicht wirklich sicher bist, ob der Schlüssel passt, der dich wieder zurück in die Wohnung bringt. Einmal habe ich fast eine halbe Stunde gebraucht, um reinzukommen. Mit leichten Verzweiflungsanfällen dabei. Scheiße kalt und dunkel und du bist der einzige, der die Wohnung im Moment bewohnt – was du aber auch nicht belegen kannst… - und irgendwie will der Schlüssel nicht passen... die Tür nicht aufgehen.

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